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TeleTrusT warnt vor den Konsequenzen aus EU-Expertenbericht zu elektronischer Rechnungslegung

Pressemitteilung der TeleTrusT Deutschland e.V. vom 12. Januar 2010

Siehe dazu auch


12.01.2010

TeleTrusT Deutschland e.V. begrüßt grundsätzlich den Report der EU-Expertengruppe zur elektronischen Rechnungslegung (E-Invoicing). Der Verband steht bereit, sich an der europaweiten Diskussion der Ergebnisse zu beteiligen. Die Expertengruppe hatte einen "Minimalkonsens" auf Basis des European Electronic Invoicing Frameworks (EEIF) empfohlen, der "interne Kontrollen" nach zukünftiger Definition der einzelnen Mitgliedsstaaten vorsieht. Der deutsche Sicherheitsverband warnt vor den Konsequenzen einer Umsetzung der Empfehlungen aus dem aktuellen Report.

Das verständliche Bestreben nach europaweiter Einigung auf Basis eines "kleinsten gemeinsamen Nenners" würde zwangsläufig die Sicherheit und Rechtsverbindlichkeit der elektronischen Rechnungslegung unterlaufen. TeleTrusT plädiert deshalb dafür, die Anwendung der qualifizierten elektronischen Signatur und die europaweite Vereinheitlichung ihres Nutzens und der entsprechende Rechtsvorschriften zur Basis der weiteren Überlegungen zu machen.

Die Empfehlungen der Expertengruppe könnten wiederum schnell zu einzelstaatlichen Teillösungen führen, die der Idee des europäischen Wirtschaftsraums entgegenlaufen. Dies würde ein wesentlich höheres Investitionsrisiko und zusätzlichen Aufwand für alle international tätigen Unternehmen bedeuten. Insbesondere ist nicht zu erkennen, welches Risiko sich für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) ergibt, wenn die elektronische Rechnungssignatur durch "interne Kontrollen" ersetzt wird. TeleTrusT tritt dafür ein, dass jede Neuregelung insbesondere für alle KMU als Rechnungsempfänger einen erkennbaren Nutzen bringen sollte.

In Deutschland, Spanien, Italien und zehn weiteren EU-Mitgliedsstaaten bewährt sich die qualifizierten elektronischen Signatur als Bestandteil der elektronischen Rechnungslegung bereits seit Jahren und wird täglich in Millionen von Vorgängen eingesetzt. Diese Lösung stellt zudem sicher, dass auch sehr hohe Anforderungen der zuständigen Behörden auch in allen anderen EU-Staaten grenzen- und branchenübergreifend gewährleistet werden können sind sowie Authentizität und Integrität einer elektronischen Rechnung europaweit gewahrt werden.

TeleTrusT weist ausdrücklich darauf hin, dass die EU-Rechnungsrichtlinie von 2006 in den vergangenen Jahren in immer mehr EU-Staaten umgesetzt wurde. Eine Vielzahl von Unternehmen aller Größen und Branchen praktiziert seit Jahren grenzüberschreitend sicheres E-Invoicing mit elektronischen Signaturen. Hierfür sind zahlreiche Signaturtechnologien von unterschiedlichen Herstellern und Dienstleistern am Markt verfügbar und praktisch erprobt. Mehrere TeleTrusT-Mitglieder wie AuthentiDate mit dem eBilling Signature Server oder secunet mit multisign haben entsprechende Lösungen im Portfolio.

TeleTrusT steht der Expertengruppe gerne zur Diskussion zur Verfügung.

TeleTrusT Deutschland e.V.

Der IT-Sicherheitsverband TeleTrusT Deutschland e.V. wurde 1989 gegründet, um verlässliche Rahmenbedingungen für den vertrauenswürdigen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik zu schaffen. TeleTrusT entwickelte sich zu einem bekannten Kompetenznetzwerk für IT-Sicherheit, dessen Stimme in Deutschland und Europa gehört wird. Heute vertritt TeleTrusT rund 100 Mitglieder aus Industrie, Wissenschaft und Forschung sowie öffentlichen Institutionen. In Projektgruppen zu aktuellen Fragestellungen der IT-Sicherheit und des Sicherheitsmanagements tauschen die Mitglieder ihr Know-how aus. TeleTrusT äußert sich zu politischen und rechtlichen Fragen, organisiert Messen und Messebeteiligungen und ist Träger der "European Bridge CA" (Bereitstellung von Public-Key-Zertifikaten für sichere E-Mailkommunikation) sowie des Zertifikates "TeleTrusT Information Security Professional" (T.I.S.P.). Hauptsitz des Verbandes ist Berlin.


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