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Was bringt das Sponsoring der europäischen Rechnungsnorm durch die EU-Kommission?

Editorial des Email-Newsletters 01-2019 vom 04.02.2019

21.01.2019

Gerhard Schmidt

Gerhard Schmidt 
Gerhard Schmidt ist Chefredakteur von rechnungsaustausch.org

 

Die Europäische Kommission möchte die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen fördern. Im April 2014 erließ die EU dazu eine entsprechende Richtlinie. In dieser Richtlinie wird die europäische Normungsorganisation CEN beauftragt, eine europäischen Norm für das semantische Datenmodell für die Kernelemente einer elektronischen Rechnung zu erarbeiten und eine Liste mit einer begrenzten Anzahl von geeigneten Syntaxen vorzulegen. Beide Aufträge wurden vom CEN inzwischen erfüllt. Das CEN hat seine Arbeitsergebnisse publiziert, die EU die Fundstellen der Norm sowie der Syntaxliste im Amtsblatt der Europäischen Union entsprechend der Richtlinie veröffentlicht.

CEN-Publikationen können nur über die nationalen Normungsorganisationen bezogen werden. In Deutschland ist diese das DIN. Bezogen werden heißt: gekauft werden. Das CEN beansprucht das Recht des geistigen Eigentums an seinen Publikationen. Wer dieses geistige Eigentum nutzen will, muss für die Nutzung bezahlen.

Europäisch betrachtet ergab sich folgende Situation: Einerseits will die EU die elektronische Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen fördern, andererseits werden die, die dieses Anliegen in der Praxis umsetzten wollen, dafür erst einmal zur Kasse gebeten. Das Dilemma hat die EU inzwischen erkannt und übernimmt seit Beginn 2019 als Sponsor die Kosten für den Erwerb der Rechnungsnorm und der Syntaxliste. Auf den DIN-Bestellseiten gilt es dabei genau hinzuschauen, denn dort werden (noch?) nebeneinander die alten kostenpflichtigen und die neuen kostenlosen Versionen angeboten.

Gelöst ist das Problem des geistigen Eigentums mit diesem Sponsoring der EU aber noch lange nicht. Denn das CEN hat außerdem noch vier Dokumente zur allgemeinen und speziellen Umsetzung der Kernelemente einer elektronischen Rechnung in eine (bestimmte) Syntax veröffentlicht. Diese Dokumente müssen nach wie vor gekauft werden. Nur wenn sich Softwarehersteller strikt an diesen Dokumenten orientieren, funktioniert später in der Praxis der Austausch von Rechnungen auf der Basis des normierten semantischen Datenmodells. Nur so lassen sich marktfähige Softwarelösungen erstellen. Und um die geht es letztlich.

Rund 250 Euro spart ein Softwarehersteller durch das EU-Sponsoring. Immerhin. 

Ihr Gerhard Schmidt

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